Deutscher Jugendcup 2009
Titel für vier Nachwuchsfahrer
 
Darmstadt (fn-press). Die besten deutschen Nachwuchsfahrer haben sich beim Finale des Deutschen Jugendcups gemessen. Die Entscheidung um die Titel in allen Anspannungsarten war denkbar knapp, außer bei den Zweispänner-Pferden. Hier dominierte Sven Kunkel (Modautal) den Wettbewerb. In der Halle des Reit- und Fahrvereins Darmstadt in Kranichstein traten Jugendliche bis 21 Jahren an. Um am Finale teilnehmen zu dürfen, hatten sich die Nachwuchsfahrer im Laufe der Sommersaison qualifizieren müssen.
 
„Es waren durchweg harmonische, gut anzuschauende aber auch schnelle und risikobewusste Fahrten des Nachwuchses zu sehen“, sagte Rudolf Temporini (Lindenfels-Seidenbuch), der die Veranstaltung mit organisiert hatte. Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten bei den Einlaufprüfungen hätten die Akteure dann am Finaltag sowohl sich selbst als auch ihre Ponys beziehungsweise Pferde deutlich besser auf die für sie meist ungewohnten Verhältnisse in der Halle eingestellt. „Die Jugendlichen sind am Sonntag alle hervorragend gefahren. Optisch erstaunlich gute Runden. Aber man konnte feststellen, dass – ähnlich wie auch bei den Profis im Weltcup – am zweiten Tag die deutlich besseren Fahrten zu sehen waren“, so das Lob für die Teilnehmer von Mitinitiator der Veranstaltung Michael Freund (Dreieich).
 
Bei den Pony-Einspännern traf dies insbesondere für Alexander Wiederhold (Greven) zu. Der 13-Jährige vom Reit- und Fahrverein St. Martin Greven-Bockholt fuhr im Finale wie entfesselt und ließ seine in der Einlaufprüfung gezeigten, leichten Probleme völlig vergessen. Bei der Einlaufprüfung war es Antonius Neu (Wettringen), der die Konkurrenz beherrschte, aber sich dann im Finale geschlagen geben musste. Platz drei ging an Lynn Schlichting (Driftsethe).
 
Bei den Einspänner-Pferden zeigte Julia Bernshausen (Bad Laasphe) in der Einlaufprüfung eine stilistisch hervorragende aber auch schnelle Runde und siegte so vor Silvia Dörner (Rettenberg). Im Finale zeigte die Siegerin der Einlaufprüfung dann Nerven. Sie konnte an ihre Leistung aus der Einlaufprüfung nicht mehr anknüpfen. So war der Weg frei für Silvia Dörner, die deutlich vor Theresa Scheiter (Hausen) und Judith Scheiter (Leitersbach) diese Anspannungsart für sich entschied.
 
Der Sieg bei den Pony-Zweispännern ging an Rita Springer (Georgsmarienhütte). Sie war in der Einlaufprüfung zunächst auf Platz drei gelandet, war dann aber im Finale mit ihren antrittschnellen Ponys der Konkurrenz davon geeilt. Platz zwei ging an Marco Freund (Dreieich), der damit das Ergebnis seiner Einlaufprüfung erreichte. Ein Abwurf im Kegelparcours verhinderte im Finale den Sieg. Auf Platz drei kam Vanessa Spalt (Modautal), die in der Einlaufprüfung noch Platz fünf belegt hatte. Die Titelverteidigerin Sherin Macke (Holdorf) hatte mit dem Ausgang um den Sieg nichts zu tun. „So ist der Sport, mal ist man ganz vorne, wie ich letztes Jahr in Berlin und mal ganz hinten, wie in diesem Jahr in Darmstadt. Aber es hat trotzdem super Spaß gemacht“, sagte sie. Eine Schrecksekunde gab es bei der Einlaufprüfung der Pony-Zweispänner als Sven Böcking (Dillenburg) mit seinem Gespann eine Kurve zu schnell nahm und umkippte. Die Ponys blieben aber stehen und alle Beteiligten blieben unverletzt.
 
Sven Kunkel (Modautal) beherrschte mit seinen Friesen die Zweispänner-Pferdekonkurrenz. Sowohl in der Einlaufprüfung, als auch im Finale war er deutlich überlegen. Er kam jeweils mit rund zehn Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz ins Ziel. Die Titelverteidigerin Jessica Wächter (Modautal) hatte ein Gespann zur Verfügung gestellt bekommen und kam auf Platz zwei. Am Samstag hatte sie noch etwas Probleme im Handling der beiden Braunen. Am Sonntag zeigte sie dann eine deutlich flüssigere Fahrt. Anna Sandmann (Lähden), Tochter des mehrfachen Mannschaftsweltmeisters und amtierenden Deutschen Meisters Christoph Sandmann, musste eine „Ehrenrunde“ in einem festen Hindernis fahren und kam so im Finale „nur“ auf Platz drei. (Temporini/FN -Press)