Turnier Willersdorf 03. Mai 2009

Facettenreiche Veranstaltung rund um die Qualifikation für den Nürnberger Burg Pokal

Willersdorf - Der Weg nach Willersdorf hat sich gelohnt, für die Teilnehmer und auch für die Besucher, die bis zu 200 km angereist kamen. Theodor Storm hätte seine Freude gehabt an diesem Sonntag Morgen, dem 3. Mai. Gelbe Rappsfelder, grüne Wiesen und alles eingefangen von dichtem Morgennebel. Aus diesem Nebel drangen gedämpfte Stimmen, der Klang der Hufe, metallische Geräusche der Wagen und das Schnauben der Pferde.

Manuela Mitnacht vorne im Burg- pokal
Um 8:00 startete die zweite Quali- fikation für den Nürnberger Burg Pokal, der für junge Fahrer bis zum 21. Lebensjahr ausgeschrieben ist. Die Nürnberger Versicherungsgruppe fördert nicht nur den großen Sport mit TV Präsenz, sondern seit vielen Jahren die jungen Reiter in der Provinz und in diesem Jahr erstmals auch den bayerischen Fahrernachwuchs als Sponsor. Die Qualifikationen werden in allen bayrischen Landesteilen durchgeführt und am Jahresende werden die Sieger auf dem Cosumentaturnier in Nürnberg geehrt. Judith Scheiter, Leidersbach, siegte mit Orchidee in der Dressur. In der zweiten Teilprüfung für den Nürnberger Burg Pokal, dem Hindernisfahren in der Klasse A, blieb kein Teilnehmer ohne Fehler. Der Parcourschef Manfred Häfel hatte einen für die Klasse A recht schwierigen Kurs aufgebaut. Carolin Ell aus Nürnberg startete ihre Fahrt durch die Pylonen rasant, fast zu rasant. Gleich am Anfang stockte den Zuschauern der Atem. Um die Wende mit einem Powerslide und Carolins Wagen neigte sich fast 45 Grad in Richtung der übermächtig gewordenen Fliehkraft. Fünf Meter auf zwei Rädern, der Wagen kippte zurück und unbeeindruckt fuhr Carolin weiter zum Sieg. Mit je einem zweiten Platz in Dressur und beim Hindernisfahren sicherte sich Manuela Mitnacht nicht nur den Sieg, sondern auch die Führung beim Wettbewerb um den Burgpokal. Die jungen Fahrer treffen sich wieder in Neuburg an der Donau zur dritten Qualifikation.

Hindernisparcours mit hohen Anforderungen
Zwanzig Einspänner traten bei den Senioren an den Start und zeigten das Ergebnis ihrer winterlichen Gymnastizierungsarbeit. Dieter Rabenstein, Neustadt/Aisch, war der Beste, übrigens auch beim Hindernisfahren mit 5 Sekunden Vorsprung zum Zweiten, Armin Willnecker. Die Lokalmatadorin Lisa Noppenberger war bei den Prüfungen für Zweispänner nicht zu schlagen. Der Hindernisparcours war etwas eng geraten und folglich kam kein Teilnehmer fehlerfrei ins Ziel, auch nicht der Sieger, Roland Lannig, Remmlingen, mit seinen Pferden Keno und Tabel Presto. Kurz vor Mittag fanden Tandemprüfungen statt, immer ein Highlight jeder Veranstaltung. Bei herrlichem Sonnenschein präsentierten die Teilnehmer diese Anspannungsart mit sehr viel Können. Untermalt mit der passenden Musik zeigte Armin Willnecker die eleganteste Vorstellung.

Mit weiblichen Charme und Kondition zum Sieg
Fahren vom Boden aus ist nicht nur ein Abschnitt in der Ausbildung des Fahrpferdes, sondern eignet sich auch hervorragend als Prüfung, nicht nur für Turniereinsteiger. Die Teilnehmer führen ihr Pferd zu Fuß in Schritt und Trab durch den Parcours. Bei einigen Fahrern, von denen man sonst, auf dem Bock, eine gute Figur gewöhnt ist, wurden eindeutige Konditionsprobleme sichtbar, als sie die Trablektionen durchliefen. Deshalb siegte wohl auch eine junge Frau. Jeanette Kunow. Im schicken Dirndl schwebte sie leichtfüßig mit ihrem Pferd Linda durch die Aufgaben, siegte verdient und mit großem Abstand. Auch das Vorführen von Pferden war als Prüfung ausgeschrieben.

Phantasievolle Veranstaltung mit reibungslosem Verlauf
Kompliment den Organisatoren vom TG Willersdorf. Selten konnte man bisher bei einem eintägigen Turnier eine so große Vielfalt unterschiedlichster Prüfungen sehen. Und so war es auch nur gerecht, dass sich die bei der letzten Siegerehrung aufziehenden schwarze Wolken erst entluden, nachdem sich Teilnehmer und Gäste von diesem harmonischen, familiären Turnier in Willersdorf verabschiedet hatten.

Gerhard M. von Sachsen Gessaphe-Feller